Presse

Gesellschaftsvertrag vom „bissfesten“ Aufsichtsrat noch weit entfernt

„Der vorgelegte Gesellschaftsvertrag zur Theater GmbH ist kein abstimmungsreifes Papier. Dafür sind darin nicht nur Fragen unbeantwortet, es werden auch neue Un-klarheiten geschaffen.“ So das erste Resümee des Vorsitzenden der Kreistagsfrak-tion von BÜNDNIS 90 / DIE GRÜNEN, Professor Bernhard Zimmermann.

Zimmermann weiter: „Der Entwurf beinhaltet eine solche Fülle von Regelungen, die in ihrer Wirkung unklar bleiben oder ein falsches Ziel beschreiben. Das kann man nicht, wie vorgesehen, einfach als Anlage einer sonst inhaltsleeren Vorlage durch-winken.“

Er bezieht sich dabei auf die Unterlagen, die am 05.04.2022 allen Kreistagsabgeord-neten mit dem Hinweis zugesandt wurden, dass sie in der nächsten Sitzung des Kreistages am 11.05.2022 und den vorbereitenden Ausschüssen auf der Tagesord-nung stehen werden.

Seine Fraktion macht hier u.a. auf die darin vorgesehenen Regelungen zur Mitwir-kung der Theaterfördervereine aufmerksam. „Gemessen an den Ankündigungen, die Vereine auf Augenhöhe einzubinden, sprechen die konkreten Regelungen eine an-dere Sprache.“

Als hohe Hürde betrachtet die Fraktion die Verpflichtung, dass sich auch die Förder-vereine in dreifacher Höhe ihrer Gesellschaftsanteile an der Nachschusspflicht zu be-teiligen haben (§ 15). Das kann für jeden der Vereine eine jährlich aufzubringende Summe von 3.000,00 € bedeuten.
Damit, so fürchten die Bündnisgrünen, drohen die ehrenamtlichen Fördervereine sehr schnell an ihre finanziellen Grenzen zu gelangen. Wenn dazu noch vorgesehen ist (§ 7 Abs. 1, Buchstabe d), dass der Platz der Fördervereine im Aufsichtsrat auch mit einem Vertreter des Landes besetzt werden kann, ist das Ausscheiden der Ver-eine scheinbar bereits eingepreist.

Zimmermann: „Es reicht nicht, die Fördervereine öffentlich zu hofieren. Der Vertrag muss ihre Stellung auch dauerhaft und ohne Hintertürchen absichern. Das geht nur, wenn sie von Nachschusspflichten freigestellt werden. “

Unverständlich sei, warum der Vertragsentwurf nicht vom System der Theaterfinan-zierung in Sachsen-Anhalt ausgeht, durch das auch das Nordharzer Städtebundthea-ter über mehrere Jahre Planungssicherheit erhalten hat. Darin wird vereinbart, wel-che finanziellen Mittel das Land und die Träger für die einzelnen Theater bereitstel-len. Da diese Grundfinanzierung im Vertragsentwurf mit keiner Silbe erwähnt wird, ist die Frage zu beantworten, ob das Nordharzer Städtebundtheater künftig von diesem Finanzierungssystem abgekoppelt werden soll?

Der § 15 in der vorgelegten Form ist nach Ansicht der Bündnisgrünen das Gegenteil von Planungssicherheit für das Theater. Zimmermann: „Es geht um nicht mehr und nicht weniger darum, dass der § 15 durch eine Formulierung ersetzt wird, die mehr-jährige Planungssicherheit schafft und so die Lebensfähigkeit und Qualität des Thea-ters sichert. Dazu muss im Gesellschaftervertrag stehen, dass die finanzielle Grund-ausstattung aus Mitteln des Landes und der Träger besteht, deren konkrete Höhe in Theaterverträgen zwischen Land und den Trägern des Theaters vereinbart werden. Als Finanzierung nur auf Nachschusspflichten zu verweisen, geht völlig an der Sache vorbei.“ Hierzu hat die Fraktion einen Formulierungsvorschlag vorgelegt.

In den Beratungen des Kreistages und der Stadträte ist nach Ansicht der Fraktion ein besonderes Augenmerk auf den kompliziert formulierten Abs. 7 in § 7 zu legen. Dort werden im Schatten sachgerechter und auch notwendiger Regelungen gleichzeitig und großflächig Einschränkungen der rechtlichen Grundausstattung des Aufsichtsra-tes vorgenommen. Das betrifft u.a. die vorgesehene Streichung von Berichtspflichten gegenüber dem Aufsichtsrat, Aufhebung des Rechts auf Aktenvorlage und den Aus-schluss des Rechtes jedes einzelnen Aufsichtsratsmitgliedes, die Einberufung des Gremiums zu verlangen. Auch ist dort vorgesehen, dass die Mitteilungspflicht von Geschäften zwischen dem Theater und einzelnen Mitgliedern des Aufsichtsrates ent-fällt.

Nach den Worten von Zimmermann, ist aus dem verbleibenden Rest an Rechten und Aufgaben des Aufsichtsrates nicht zu erkennen, dass es die Zusage des Landrates in der Halberstädter Volksstimme vom 15.01.2022, einen „bissfesten“ Aufsichtsrat zu schaffen, tatsächlich bis in den Gesellschaftsvertrag geschafft hat. Den Anspruch als Wahrer der Grundsätze einer sauberen Unternehmensführung könne der Aufsichts-rat damit kaum ausfüllen.

Die Fraktion hat die Anmerkungen an den Entwurf des Gesellschaftsvertrages in sechs Änderungsanträgen (Anlagen) zusammengefasst, die sie auch den Fördervereinen und den Stadträten von Halberstadt und Quedlinburg zur Kenntnis gegeben hat.

Das Regionalbüro der Landtagsabgeordneten Susan Sziborra-Seidlitz wird zum Informations- und Austauschort für ukrainische Geflüchtete. Am Freitag, den 1. April, um 15 Uhr öffnet es als „Kontaktcafé Голубка – holubka“ erstmals seine Pforten.
 
Zweimal wöchentlich gibt es dann in der Marktstraße 8 neben kostenlosem Kaffee, Tee und Gebäck alle Informationen für geflüchtete Ukrainerinnen und Ukrainer aus einer Hand. „Von Anmeldeformalitäten über Unterstützungsangebote durch Integrationslotsen oder Vereine bis hin zu Alltagsfragen wie Schulbesuch und Sport – wir versuchen hier alle Fragen zu beantworten. Und wenn wir nicht weiter wissen, vermitteln wir die Antwort.“, so Sziborra-Seidlitz.
 
Das Team des Regionalbüros wurde dafür durch eine muttersprachliche Mitarbeiterin verstärkt. Ehrenamtliche Helfer*innen sind willkommen. Hilfsangebote können auch ganz niedrigschwellig an einer Pinnwand hinterlassen werden.

Kontakt: kontaktcafe@sziborraseidlitz.de
 
Reguläre Öffnungszeiten des Kontaktcafé Голубка – holubka:
montags:    16 bis 19 Uhr
mittwochs:  16 bis 19 Uhr

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Відкриття контакт-кафе «Голубка» для українців

Регіональний офіс депутата державного парламенту Сьюзан Сіборра-Зайдліц стає пунктом інформації та обміну для українських біженців. У п’ятницю, 1 квітня, о 15 годині, він вперше відкриває свої двері під назвою контакт-кафе „Голубка“.
 
Двічі на тиждень на Марктштрассе 8, окрім безкоштовної кави, чаю та випічки, є вся інформація для українських біженців з одного джерела: «Від формальностей реєстрації до підтримки пропозицій від інтеграційних гідів чи клубів до повсякденних питань, таких як відвідування школи та спорту – ми будемо намагатися відповісти на всі запитання тут. І якщо ми не впевнені, що робити, ми все одно дамо відповідь», – каже Сіборра-Зайдліц.
 
Команду в обласному офісі поповнив носій мови. Запрошуються волонтери. Пропозиції допомоги також можна дуже легко опублікувати на дошці.
 
Контакти: kontaktcafe@sziborraseidlitz.de

Звичайний графік роботи Контактного кафе „Голубка“:
Понеділок: з 16:00 до 19:00
Середа: з 16:00 до 19:00

Pflanzaktion an der Fahrradstraße: Zeichen des Vertrauens in die Zukunft

Im Zusammenhang mit der am 09.03.2022 vorgesehenen feierlichen Übergabe der Fahrradstraße zwischen Timmenrode und Warnstedt hatte die Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN am 02.02.2022 im Kreistag festgestellt, dass eine moderne und nutzergerechte Infrastruktur für den Radverkehr mehr ist als nur eine glatte Fahrbahn und das Schild Fahrradstraße. Über solche Insellösungen hinaus müssen Wege vernetzt werden und den Nutzern durch ein einheitliches und nachvollziehbares Wegweisungssystem Orientierung ermöglichen.

Für die Fraktion stellte Christine Engel im Kreistag zu dem fest, dass an der Strecke noch viel Platz für schattenspendende Bäume sei. Bäume wären nicht nur ein blühendes Schmuckstück im Harzvorland, sondern auch eine Begrenzung zu den angrenzenden landwirtschaftlichen Flächen.

Um den Verantwortlichen am Tag der Einweihung als „Spicker“ zu dienen, die Bepflanzung nach dem feierlichen Scherenschnitt nicht zu vergessen, hat die sechsköpfige Kreistagsfraktion von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN sechs Kirschbäume gestiftet und bereits am Wochenende gepflanzt.  

Christine Engel: „Schon die Ankündigung der Initiative hat bewirkt, dass sich ein Sponsor für die Pflanzpfähle gemeldet hat und der Timmenröder Ortsbürgermeister Jürgen Baum gemeinsam mit dem Blankenburger Bauhof den Aushub der Pflanzlöcher besorgten. Das notwendige fachliche Rüstzeug für die Pflanzaktion hat uns Gartenbauingenieur Erwin Oldach vermittelt, der vielen Timmenrödern noch aus seiner Tätigkeit in der Plantage zwischen ihrem Ort und Thale bekannt ist.“

Die Bepflanzung der Fahrradstraße mit Kirschbäumen geht darauf zurück, dass der Weg bis in die 1960er Jahre von Kirschen gesäumt war. Während sie auf Timmenröder Seite gefällt wurden, sind sie auf Warnstedter Seite bis heute als Allee erhalten und nachgepflanzt worden.

Christine Engel: „Als die Initiative entstanden ist, ging es uns lediglich um den Naturschutz und die Sicherung der Qualität eines Radweges. Durch die Ereignisse in der Ukraine hat uns nun der Gedanke begleitet, dass das Pflanzen eines Baumes immer auch ein Zeichen der Hoffnung und des Vertrauens in die Zukunft ist.“


Mitglieder des Kreisverbandes von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN bei der Pflanzaktion an der neuen Fahrradstraße zwischen Timmenrode und Warnstedt am 05.03.2022

Pressemitteilung der Kreistagsfraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN:
Nach Vertrauensvorschuss wird es nun ernst

Die Kreistagsfraktion von BÜNDNIS 90 /DIE GRÜNEN hat der Auflösung des Zweckverbandes des Nordharzer Städtebundtheater und damit der Linie des Landrates, das Theater künftig als gemeinnützige GmbH zu führen, zugestimmt. Dies, obwohl der Wechsel die Rechtsform für die Beseitigung der finanziellen Schieflage nicht zwingend erforderlich war. Damit haben der Kreistag und auch die Fraktion gegenüber dem Landrat einen beachtlichen Vertrauensvorschuss gegeben. Dem muss seinerseits nun entsprochen werden.

Hier geht es zunächst um eine klare Aussage des Landrates und auch des Vorsitzenden des Kreistages, dass der nun zu beratende Gesellschaftsvertrag im öffentlichen Teil der Ausschüsse und des Kreistages diskutiert wird.

Aussagen, es wäre vorgesehen, nach dem Entwurf des Gesellschaftsvertrages der care-Campus gGmbH (Errichtung Pflegeschule Quedlinburg) auch diesen Vertrag dem Kreistag zur Beschlussfassung vorzulegen, haben mehr Befürchtungen ausgelöst als Sicherheit geschaffen. Es ist daran zu erinnern, dass der Vertrag über die Pflegeschule weder in den Ausschüsse noch im Kreistag öffentlich verhandelt wurde. Es wäre unredlich, wenn die Entscheidung vom letzten Mittwoch bedeuten würde, dass das die letzte öffentliche Befassung des Kreistages mit der Zukunft des Theaters war.

Hier ist kurzfristig Klarheit zu schaffen.

Bevor ein konkreter Entwurf eines Gesellschaftsvertrages beraten wird, bedarf es einer konkreten Darstellung, wie es trotz bestehender Aufsichtsgremien zur finanziellen Schieflage des Theaters hat kommen können. Dies ist erforderlich, um effektive Regelungen zu finden, die geeignet sind, ein solches Versagen von politischen Aufsichtsgremien weitgehend auszuschließen. Weiterhin bedarf es einer Aussage, ob und ggf. wann die gegenwärtig genutzten Liegenschaften des Theaters an die zu gründende gGmbH übertragen werden sollen.

Wesentliche Grundsätze des Gesellschaftsvertrages müssen sein,

• dass die Freiheit der künstlerischen Arbeit von der Rechtsform unberührt bleiben,
• dass Entscheidungen der Gesellschafterversammlung und des Aufsichtsrates von keiner politischen Gruppierung so dominiert werden können, dass das Theater inhaltlich in politische Abhängigkeiten gerät,
• dass grundsätzliche Entscheidungen besonders zur Struktur des Theaters nicht von der aus drei Personen bestehenden Gesellschafterversammlung getroffen werden, sondern einer öffentlichen Erörterung im Kreistag und den beiden Stadträten bedürfen,
• dass die von den Gesellschaftern zu entsendende Mitglieder des Aufsichtsrates nicht zwingend Mitglieder von Kreistag oder Stadträten sein müssen, sondern das Merkmal einer besonderen Sachkunde durch eine hauptberufliche Tätigkeit in dem Wirtschaftszweig „Kreative, künstlerische und unterhaltende Tätigkeiten“ erfüllen und von der jeweiligen Vertretung mit qualifizierter Mehrheit mit Begrenzung ihrer Amtszeit gewählt werden,
• dass der Vertrag einen verpflichtenden Rahmen für etwaige Nachschüsse der Gesellschafter enthält, der gegenüber der Kommunalaufsicht den Status einer Rechtsverpflichtung hat.

Die Ankündigung des Landrates, die Theaterfördervereine am Aufsichtsrat zu beteiligen, wird unterstützt. Deren rechtliche Stellung ist so auszugestalten, dass sie einerseits echtes Mitspracherecht haben und andererseits durch die Verschwiegenheitsverpflichtung eines Aufsichtsratsmitgliedes nicht behindert werden, Öffentlichkeitsarbeit für die Harzer Theaterlandschaft zu leisten.

Sobald der Entwurf des Gesellschaftsvertrages vorliegt, wird die Fraktion den Text bewerten und ggf. Änderungsanträge einbringen, worüber informiert werden wird.

Prof. Dr. Zimmermann
Vorsitzender Fraktion BÜNDNIS 90 / DIE GRÜNEN

Ergänzender Quellenhinweis:
Die Niederschrift der Kreistagssitzung vom 16.06.2021 weist unter TOP 4 aus, dass der Landrat informiert hat, dass der Kreistag 28.04.2021in nicht öffentlicher Sitzung sowohl dem Gesellschaftervertrag der care-Campus gGmbH (Errichtung Pflegeschule Quedlinburg) als der Übernahme von 40% der Gesellschaftsanteile durch den Landkreis zugestimmt hat.

Wir solidarisieren uns mit Daniel Szarata und stellen uns gegen den Angriff auf unsere Demokratie

Am 14. Februar versammelte sich eine aggressive Gruppe von gewaltbereiten Gegnern der Demokratie vor dem Wohnhaus des Halberstädter Oberbürgermeisters Daniel Szarata. Viele Teilnehmer trugen Fackeln und Trommeln, zündeten Böller und Bengalos. Es entstanden beängstigende Bilder, die an vergangene demokratiefeindliche Zeiten erinnern.

Das sind keine Bilder, die zu einem demokratischen Diskurs gehören.

Dieses Vorgehen widerspricht jeglichen demokratischen Grundsätzen. Autoritäre Einschüchterungsversuche und die Androhung von Gewalt sind absolut keine Option. Dieses Vorgehen verurteilen wir zutiefst. Egal, wie kritisch die Coronamaßnahmen gesehen werden mögen – sich mit Rechtsextremisten und Nationalsozialisten zusammenzutun, ist keine demokratische Alternative. Jede Person, die bei diesen Demonstrationen mit“spaziert“, muss sich bewusst machen, dass sie dadurch menschenverachtenden Ideologien und Verschwörungsmythen Vorschub leistet.

Solidarität und demokratisches Handeln zeigen sich nicht durch das Verbreiten von Angst und Bedrohung, sondern durch die konstruktive Gestaltung von Politik.

In einer Pressemitteilung des Bundesverfassungsgerichtes vom 2. Februar zu der Verfassungsbeschwerde von Renate Künast heißt es: „… eine Bereitschaft zur Mitwirkung in Staat und Gesellschaft kann nur erwartet werden, wenn für diejenigen, die sich engagieren und öffentlich einbringen, ein hinreichender Schutz ihrer Persönlichkeitsrechte gewährleistet ist.“

Die Menschen, die sich am Montag unangemeldet versammelten, repräsentieren nicht die Mehrheit der Halberstädter Einwohner. Es waren viele dabei, die gar nicht aus Halberstadt stammen. Sie nahmen teil, um die Stimmung anzuheizen und die Illusion einer Mehrheit hervorzurufen. Ein Großteil der Halberstädter fühlt sich durch die Randale und Gewaltbereitschaft der demonstrierenden Menschen mehr als gestört.

Gemeinsam stellen wir uns hinter Daniel Szarata. Wir treten für unsere demokratischen Grundwerte ein – ohne Hass, ohne Hetzte und ohne gezielte Angstmacherei – sondern solidarisch, konstruktiv und friedvoll.

Klare Kante gegen Rechtsextremismus zu zeigen ist nicht erst seit Montag nötig. Dieses Problem ohne zu zögern immer und überall klar zu benennen, hilft unsere Demokratie zu bewahren.

BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN
Vorstand Kreisverband Harz

Deutschlandtakt in den Harz

Durch eine Fotoaktion vor dem Bahnhof Quedlinburg machten am 18.5.2021 Conny Lüddemann und Susan Sziborra-Seidlitz auf die ungenügende Fernbahnanbindung des Harzes aufmerksam.

„Der Harz braucht schnell eine bessere Anbindung an das Fernbahnnetz. Für den Tourismus und die Bewohner*innen sind die jetzigen Bedingungen ein echter Standortnachteil. Wie von den Grünen aus Sachsen-Anhalt, Thüringen und Niedersachsen schon im Februar gemeinsam erklärt, muss beim Aufbau des Deutschlandstakts der Harz in die erste Reihe“ fordert die Landevorsitzende und Direktkandidatin für den Landtagswahlkampf Susan Sziborra-Seidlitz.

Die Spitzenkandidatin Conny Lüddemann unterstützt die Forderung und sieht diese als Teil einer wichtigen Zukunftsfrage für Sachsen-Anhalt: „Wir wollen Sachsen-Anhalt zu einem Pionierland für moderne Mobilität machen. Mit unserer Mobilitätsgarantie gibt es von 5 Uhr früh bis Mitternacht mindestens einen Stundentakt in allen Orten mit über 1.000 Einwohner*innen. Ein wichtiger Schritt für klimafreundliche Mobilität und lebenswerte Städte und Dörfer mit Raum für öffentliches Leben und mit möglichst wenig Gestank, Motorenlärm und herumstehenden Autos. Für eine Urlaubsregion wie den Harz sind bessere und zukunftstaugliche Bedingungen im Nahverkehr und bei der An- und Abreise überlebenswichtig. Dafür wollen wir Grünen sorgen.“


Conny Lüddemann und Susan Sziborra-Seidlitz

Deutschlandtakt fährt am Harz vorbei

Die Deutsche Bahn plant in den kommenden Jahren die stufenweise Einführung eines Deutschlandtaktes im Fernverkehr. Wichtige Metropolen sollen dabei im 30 Minuten – Takt miteinander verbunden werden. Dabei zeigt sich, dass der Harz als touristisch bedeutsame Region offenbar vergessen wurde. Für alle drei Bundesländer scheint der Harz nur eine touristische Randerscheinung zu sein.

Im Gegensatz dazu haben sich drei der betreffenden Kreisverbände von Bündnis 90/Die Grünen aus der Harz – Region gemeinsam mit genau diesem Thema auseinandergesetzt und wollen ihre jeweilig zuständigen Stellen wachrütteln. Dass der Harz touristisch bedeutsam ist, konnte in den vergangenen Wochen eindrücklich entlang einer zugeparkten B4 zwischen Torfhaus und Bad Harzburg erlebt werden.

In einer gemeinsamen Erklärung fordern Grüne aus Thüringen, Sachsen-Anhalt und Niedersachsen wieder Fernverkehr auf den Schienen rund um den Harz. Auch Regionalverkehr der Bahn darf nicht an Landesgrenzen enden und für Fahrgäste unnötiges Umsteigen bedeuten.

Almut Mackensen aus Niedersachsen vom Kreisverband Göttingen stellt dazu fest: „Wir wollen den klimafreundlichen Verkehr stärken und fordern, dass der Harz in Zukunft aus Hamburg, Berlin, Frankfurt und dem Ruhrgebiet einfacher und komfortabler mit der Bahn zu erreichen ist. Bahnfahrer brauchen gute Anschlüsse und einen guten Service an den Umsteigepunkten. Zurzeit fehlt an vielen Umsteigebahnhöfen grundlegender Service, wie beispielsweise Toilettenanlagen. Das darf nicht so bleiben. Umsteigepunkte müssen zu attraktiven Aufenthaltsorten werden.“

Rüdiger Neitzke aus Thüringen vom Kreisverband Nordhausen wünscht sich beispielsweise wieder eine durchgehende Fernverbindung auf der Relation Frankfurt – Kassel – Nordhausen – Halle – Berlin. „Sowohl von Berlin, als auch aus Frankfurt wäre so der Harz ohne Umstieg jeweils in unter drei Stunden erreichbar.“ Die durchgehend zweigleisig elektrifiziert ausgebaute Strecke (Verkehrsprojekt Deutsche Einheit) ist dafür prädestiniert. Außerdem sollte die in Bodenfelde endende Regionalbahn weiter nach Paderborn verlängert werden. So könnte auch das Ruhrgebiet mit nur einem Umstieg erreicht werden.

Aus der Sicht Sachsen-Anhalt ergänzt Susan Sziborra-Seidlitz, Landesvorsitzende der Grünen in Sachsen-Anhalt aus Quedlinburg: „Wir wünschen uns, dass der Harz und sein Vorland mit seinen regionalen Schienenstrecken besser mit dem Fernverkehr in Hannover, Hildesheim, Magdeburg, Halle und Göttingen verbunden wird.“ Für die Nordharzstrecke bedeutet das vor allem, dass von Quedlinburg, Halberstadt und Wernigerode auch wieder Göttingen, Halle, Hannover und Hildesheim ohne Umstieg erreichbar sind.

Alle regionalen Strecken sind gegebenenfalls entsprechend auszubauen und zu ertüchtigen. Bis zu einer wünschenswerten Elektrifizierung sollte der Betrieb von Diesel- auf Batterieelektrischen-, dieselelektrischen Hybrid- oder Wasserstoffantrieb umgestellt werden. Mit Hybridfahrzeugen könnte beispielsweise auch der touristisch interessante Ort Stolberg im Harz wieder direkt aus Leipzig
erreichbar sein.

Für die Förderung eines nachhaltigen Tourismus ist es unumgänglich, für den ganzen Harz ein Ländergrenzen übergreifendes abgestimmtes Busliniennetz mit einem einheitlichen für Gäste attraktiven und verständlichen Tarifsystem zu schaffen. Damit Harzurlauber klimafreundlich anreisen können, fordern die Grünen aus den drei Bundesländern Bahn- und Busverkehr für ihre Tourismusregion deutlich zu verbessern. So wäre es dann auch möglich, in Nordhausen, Quedlinburg oder Wernigerode aus einem IC in einen Dampfzug der Harzer Schmalspurbahn umzusteigen.

Wir Harzer Grünen mit Unterstützung von:

Almut Mackensen, Sprecherin Ortsverband Grüne im Altkreis Osterode
Andrea Obergöker, Verkehrspolitische Sprecherin Kreistagsfraktion Göttingen
Prof. Dr. Bernhard Zimmermann, Kreisverband Harz
Bert Kahlbrandt, Mitglied im Rat der Gemeinde Bad Grund
Björn Bühring, Sprecher Ortsverband Osterode am Harz
Christian Kokot, Kreisverband Mansfeld-Südharz
Claas Rühling, Kreisvorstand Goslar
Detlev Schulz-Hendel, Mitglied des Niedersächsischen Landtags, Sprecher der Grünen Fraktion für Verkehrspolitik
Doris Köplin, stellvertretende Ortsbürgermeisterin Scharzfeld
Eva Viehoff, Mitglied des Niedersächsischen Landtags, Sprecherin der Grünen Fraktion für Tourismus
Karin Kahlbrandt, Sprecherin Ortsverband Osterode am Harz
Karo Otte, Kandidatin der Grünen Jugend Niedersachsen zur Bundestagswahl
Kreisvorstand Bündnis 90/Die Grünen Göttingen
Kreisvorstand Bündnis 90/Die Grünen Goslar
Laura Wahl, verkehrspolitische Sprecherin der Landtagsfraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Thüringen
Martin Worbes, Fraktionsvorsitzender Bündnis 90/Die GRÜNEN im Kreistag Göttingen
Peter Osten, Kreisverband Harz
Rüdiger Neitzke, Fraktionsvorsitzender Bündnis 90/Die GRÜNEN im Kreistag Nordhausen
Sabine Seifarth, Vorstandssprecherin Kreisverband Goslar
Simone Stolzenbach, Sprecherin Grüne Oberharz
Sebastian Weichhholdt, Kreisverband Nordhausen
Stadtratsfraktion Herzberg am Harz
Stadtratsfraktion Osterode am Harz
Stefan Wenzel, Mitglied des Niedersächsischen Landtags
Steffani Wirth, Kreistagsfraktion Bündnis 90/Grüne Göttingen
Stephan Christ, Sprecher Landesarbeitsgemeinschaft Moblität und Verkehr
Susanne Menge, Mitglied des Niedersächsischen Landtags und Specherin der Grünen Bundesarbeitsgemeinschaft Mobilität und Verkehr
Susan Sziborra-Seidlitz, Landesvorsitzende der Grünen in Sachsen-Anhalt
Viola von Cramon-Taubadel, Mitglied des Europäischen Parlaments
Wolfgang Hypko, Vorstand Grüne Altkreis Osterode